Restyling Ebay

…und zwar auf etwas unkonventionelle Art und Weise. Im Zuge eines Auftrags für eine Ebay-Auktion ein HTML-Gerüst zu entwerfen, welches, laut Ebay so umkompliziert sein soll, dass man super schnell eine schicke Auktionsseite platzieren kann, fiel mir so einiges auf.

Der Anfang vom Ende war, dass ich eine XHTML Seite erstellt habe, die Dank w3c-konformer Programmierung, auf so ziemlich allen Browsern gleich angezeigt wurde. Zusätzlich das nötige CSS-File und diverse Bilder, die auf der Seite eingebunden wurden.


An sich eigentlich nichts sonderlich Kompliziertes. Da Ebay sogar Javascript seinen Mitgliedern beim Verkaufen ihrer Produkte an die Hand gibt, habe ich ein Lightbox-script mit angehangen, um Großansichten der Bilder ohne lästige Popups oder gar neue Browserfenster zu ermöglichen.

Soweit die heile Webprogrammiererwelt.

Bis zu dem Punkt, wo man versucht, das Ganze in die Auktion zu pressen. Beim Erstellen bietet ebay ein Textfeld an, wo man seinen eigens erstellten Quellcode einfügen kann. Nun kommen die ersten komischen Dinge. Man muss den Quellcode ohne die <head> Elemente einfügen, auch muss man alles was <html> und <body> heißt aus dem Quelltext entfernen. Lediglich das verlinkte Stylesheet darf da verweilen wo es hin soll. Hat man alles soweit, kann man auf einen “Vorschau” Button klicken und es öffnet sich ein AJAX-gepowertes Overlay-Fenster, wo man seine Auktion anschauen können soll. Nur leider kann man da alles sehen, außer den Teil, den man gerade eingefügt haben wollte. Nach ein paar hilflosen Klicks, landete mein Mauszeiger über dem Button “Standard”, welche neben HTML zur Auswahl steht um seinen Beschreibungstext einzufügen. Siehe da, schon sieht man das, was später mal eine Auktion werden will, nur sieht alles irgendwie so gar nicht nach dem aus, was man eigentlich programmiert hatte. Zumal die komplette Ebay-Seite total komisch aussieht.

Nun ich schätze mal, dass der normale Ebay-Verkäufer spätestens hier alle Finger von der HTML-Variante gelassen hätte. Nach einem gehörigen Lachkrampf meinerseits, musste ich die HTML-Seite sowie große Teile des CSS Files umschreiben.

Denn, und nun des Rätsels Lösung, warum ich lachen musste. Deklariert man in seinem eigenen CSS, einen globalen Wert wie z.B. img {} oder body {}, zerschießt dieser die komplette Ebay-Seite! Wenn man dann noch Styles für a {} (also Hyperlinks) mit einbindet, kommt ein buntes Treiben heraus, welches die Auktionsseite für jeglichen Interessenten völlig unbrauchbar erscheinen lässt.

Außerdem lässt sich sagen, dass sämtliche Vorschautools oder der hochgepriesene “ebay Turbolister” alle nicht das anzeigen, was letztendlich wirklich als Auktion, sofern wirklich erstellt, im Browser erscheint. Da besteht großer Debuggingbedarf!

Was Javascript angeht, lässt sich sagen, dass man es am besten sein lässt, da ebay scheinbar so starke Reglementierungen anbringt, dass ich meine Lightbox ganz schnell hab gegen den Wind geschossen und selbst ein onClick=”window.open()” blockiert wird. Nunmehr arbeitet ein target=”_blank” wenigstens so, dass man Bilder groß anschauen kann.

Letztendlich, darf man quasi alles zwar mit HTML einbinden, aber w3c-Normen können über Bord geworfen werden, da diese eh nicht eingehalten werden, und je schlimmer der Quellcode aussieht, umso besser lässt er sich einbinden. Als Hinweis für jene, die sich mit der Idee herumschlagen eine HTML-Variante ihrer Auktionen selbst zu erstellen und diese auch noch selber programmieren sei gesagt, das jegliche Elemente die im CSS deklariert werden müssen, faktisch darauf zugeschnitten werden sollten, da man globale Styles nicht nutzen kann. Ebenso empfiehlt sich seine Seite in eine Art “Fakebody”-Element einzubetten, da wie gesagt <body> eh nicht im Quelltext stehen darf, und dieser dann auch im CSS nicht vorhanden sein darf.

Mein ganz persönliches Fazit ist deshalb, dass ebay mal an der Nutzerfreundlichkeit diesbezüglich arbeiten sollte und, wenn dieser Service schon zur Verfügung steht, dieser auch fehlerfrei funktionieren sollte. So ist es jedenfalls eine Zumutung. Es sei denn, man steht auf komplett kaputte Auktionsseiten, wo man sich nicht mehr zurecht findet. Vielleicht sollte ebay auch vom User implementierte Webseiten in einem iframe oder ähnlichem einbinden, um die Programmierung zu vereinfachen.

in diesem Sinne.

Ein kleines Bild-Beispiel wie ebay “danach” aussehen kann. (allerdings wurde da nicht allzu viel geändert)

Bild!

(nur Textlink, aufgrund der Größe des Bildes)

7 Kommentare zu “Restyling Ebay”


  1. 1 -.ZacK.-

    seh interessante Sache, das….
    mir war auch schon einmal aufgefallen, dass eBay es nicht so genau nimmt mit den W3C-Normen…
    das Ende vom Lied war eigentlich ganz simpel:
    1. man nehme Wordpress
    2. das ganze packt man dann in irgendeine dunkle Ecke eines Servers
    3. erstellt (zB per BlogDesk) die “Auktionsseite”
    4. schnappt sich den erzeugten Quelltext für eBay
    -> funktioniert!

    dann kann man auch noch bei eBay einen Link zum Blog setzen.. (zB HIER Fragen zum Artikel stellen)..

    so geschehen bei http://www.p7blogger.de/auktionsblog/

  2. 2 joghurtKULTUR

    Das Vergnügen hatte ich das erste und letzte mal vor einigen Jahren. Damals war JavaScript aber doch gern gesehen. Ich denke die JS Regementierung hat schon eine Daseinsberechtigung, wenn du dem Verkäufer dort freie Bahn lässt, dann hat man schon verloren. Man denke nor einmal an den Diebstahl von Cookies etc.

  3. 3 Ralf

    Ich erstelle meine Auktionen alle mit Frontpage. Klappt wunderbar und sehen todschick aus ;)

    Na ja, mal im ernst. Ebay hat wohl nicht wirklich geplant den Verkäufern ganze Webseiten für ihre Auktionen zur Verfügung zu stellen. Vielmehr wird HTML zur rudimentären (!) Formatierung des Auktionstextes (Fettschrift, kursiv, Bilder einbinden) eingesetzt. Würde jeder Verkäufer seine Auktionsseiten komplett selber gestalten können, wäre man nach 5 Minuten mit den Nerven am Ende da sich kein Link an der gewohnten Stelle befinden würde. Mal ganz zu schweigen davon das verschiedene Links bzw. Standardteile einer Auktion komplett fehlen könnten.

    Derjenige der JavaScript in Auktionstexten erlaubt hat, den sollte man öffentlich auspeitschen und vierteilen. Nun kann man JavaScript natürlich auch sinnvoll einsetzen (z.B. Lightbox). Allerdings sind mir schon so viele fliegende Uhren, lachende Babys und tanzende Elfen in Auktionen entgegen gekommen, dass ich mich gefragt habe ob die Leute was verkaufen wollen oder nur mal austesten wollen wo die Grenzen des Erträglichen sind.
    Die Vergrößerungen von Bildern kann man schick mit CSS lösen. Und das funktioniert auch ganz gut bei Ebay. Vor allem funktioniert es auch in Browsern die paranoid JavaScript deaktiviert haben.

    Prinzipiell würde ich sagen das Auktionen so simpel wie möglich gehalten werden sollten. Wenn ich bei Ebay stöbere, dann suche ich nach den Eigenschaften der Artikel und den Preis/Versandkosten. Da interessiert es mich herzlich wenig wie toll die Auktion aufgehübscht ist. Es nervt schlichtweg wenn man für die wichtigen Informationen (z.B. Versandkosten) minutenlang rumscrollen muss um sie dann als 8px-Font irgendwo versteckt aufzufinden.
    Es nervt auch gewaltig, wenn Verkäufer meinen sie müssten auch ihre 2.056 anderen Artikel in der Auktion bewerben. Wenn ich mir 70 oder 80 Angebote anschaue und jedes Angebot braucht 2 oder 3 Minuten bis es geladen ist, dann habe ich recht schnell keine Lust mehr irgendwas zu kaufen. Wird ein Angebot nicht binnen 5-6 Sekunden komplett geladen, wird es von mir sofort wieder weg geklickt. Egal wie toll, hübsch oder w3c-konform es ist.

    Ebay benötigt dringend eine Splittung in gewerbliche und private Verkäufer. Dann kann man den gewerblichen gerne mehr Möglichkeiten zur Gestaltung zur Verfügung stellen. Wer dann noch meint er würde mehr verkaufen weil sein Angebot mit roten Text auf grünem Hintergrund daher kommt und mindestens 23 nicht optimierte Grafiken im XXL-Format inkl. Hintergrundsound verwendet, der ist selber schuld.

  4. 4 Fabian

    so nun komm ich dazu, freut mich das mein artikel so grosse resonanz bringt.
    Ralf, ich wollte meinen Artikel in so fern verstanden wissen, dass ich mehr auf die offentsichtlichen Mängel hinweisen wollte, die ebay da verbockt hat, weniger einen Aufruf starten dass man doch bitte seine Auktionen verschlimmbessern soll.

    Jeder weiss, in Zeiten von myspace seiten, wie user-generated-content aussehen kann.
    Aber wenn Ebay solche Tools anbietet, sollten diese zumindest “einfach” funktionieren, und überall auch das anzeigen was rauskommen soll, und zweitens, sollte man doch bei Ebay in der Lage sein, user.css von den eigenen Styles trennen zu können, um nicht die komplette Auktionsseite lahmzulegen.

    Prinzipiell stimme ich dir aber natürlich zu.

    in diesem Sinne…

  5. 5 Christian

    So, na denn will ich auch mal meine Erfahrung kundtun. Ich hab’ vor einiger Zait mal ein paar templates gebraucht die ich dann wiederverwenden kann. Grundsaetzlich bin ich auch gegen JavaScript, denn es ist einfach zuviel aufwand (besonders wenn man auch IE unterstuetzen will) fuer wenig effekt. Dass CSS das Layout von eBay verhaut ist nachvollziehbar, ich finde es sogar ganz nett wenn man kleinere Tweaks machen kann, was allerdings recht schwer ist denn die Auktionsseite ist einfach zu kaotisch, es stoert mich aber nicht weiter dass ich meine Style extra angeben muss.
    Was viel stoerender war (besonders das erste mal) ist dass beim editieren die newlines als br-Elemente interpretiert wurdern, soll heissen dass ploetzlich alles voll mit Leerenzeilen war. Geloest hab’ ich das dadurch dass ich mein HTML bevor ich es in das Form kopiert hab’ erst durch ein sed script jage.
    Alles in allem verwunderts mich nicht wirklich dass Seiten die den Nutzern das erstellen von HTML-Vorlagen fuer eBay immer noch hoch im Kurs stehen…

  1. 1 Basic Thinking Blog » eBay Auktionen aufhübschen?
    Pingback am 19. Jun 2007 um 21:38
  2. 2 eBay Auktionen mit HTML und CSS aufmöbeln « 321 Blogger
    Pingback am 20. Jun 2007 um 08:42

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